Die Stars von morgen schon heute

Rookie Watch 2013: Week 6

Letzte Woche gab es zu viel Arbeitsstress, nun aber wieder eine Rookie Watch!

 

Offensive Rookie of the Week: Lane Johnson, OT, Philadelphia Eagles

Sah einfach gut aus, was der Junge da auf der rechten Seite der Eagles O-Line veranstaltet hat. Beim Laufspiel blockte er mit Power, mit seiner Athletik kam er schnell das Feld herunter und im Pass Blocking war nicht so schnell an ihm vorbeizukommen. Die einzige Schwäche sah ich, wenn Pass Rusher von außen kommend nach innen gezogen sind, also ein „Crossing the Face“ veranstaltet haben. Da war die Tür innen weit offen und Johnsons Reaktion zu langsam. Die Buccaneers sind jetzt zwar nicht für ihren Pass Rush von den Ends gefürchtet (der kommt eher durch die Mitte), doch war die Leistung schon beeindruckend. Für mich ist er zurzeit der beste, der drei „großen“ Offensive Tackles (wobei Joeckel mit seiner Verletzung keine Verbesserung zum Saisonstart zeigen kann).

 

Defensive Rookie of the Week: Alec Ogletree, OLB, St. Louis Rams

Schon das zweite Mal, dass hier Ogletree steht, aber er ist eben auch ein starker Kandidat, was den Defensive Rookie of the Year Award angeht. Beim Überraschungssieg gegen die Texans war er der entscheidende Spieler in der Defense. Nicht nur konnte er 10 Tackles machen (7 solo), er konnte auch ein Fumble forcieren und seine erste Interception fangen, die er gleich zum Touchdown zurücktrug. Mit diesem Play machte er die Hoffnung der Texans, noch ein Comeback zu starten komplett zunichte, zumal die Texans kurz vor der Endzone der Rams standen.

 

Weitere Beobachtungen:

  • Ein weiterer Held des Rams-Aufschwungs in den letzten beiden Spielen, ist Fifth Rounder Zac Stacy. Mit seinem Power Running hat er der Offense neues Leben eingehaucht, weil sie nun nicht mehr 50 Pässe pro Spiel werfen müssen und für Defenses schwerer auszurechnen sind. Dazu ist er ein überraschend guter Pass Blocker und muss so bei Passing Downs nicht vom Feld. Momentan würde ich sagen: Je öfter Stacy auf dem Feld steht (und nicht Daryl Richardson oder Isaiah Pead), desto besser für die Rams.
  • Michael Buchanan war vor dem Draft kaum einem Fan bekannt. Nach einem schwachen Senior Jahr, rutschte er die Draft Boards nach unten, wo die Patriots in der siebten Runde zuschlugen. Körperlich muss er noch zulegen, um in der NFL erfolgreich zu sein, aber als situativer Pass Rusher macht er schon ordentlich Dampf. Gegen die Saints konnte er zwar keine Statistiken (Sacks, Tackles) verbuchen, aber er hat das Leben von Drew Brees bei seinen paar Snaps ungemütlich gemacht. Die Grundlagen sind da, dass aus ihm was werden kann.
  • Das Spiel der Vikings zu Hause gegen die Panthers war auch das Aufeinandertreffen zweier hoch gewählter Defensive Tackles: Star Lotulelei (Panthers) und Sharrif Floyd (Vikings). Dabei kämpft Floyd immer noch darum, auf dem Feld zu stehen. In der Defensive-Line-Rotation scheint er momentan nur der zweite Spieler zu sein, der von der Bank kommen darf. Außerdem wird er nur in Pass-Situationen eingesetzt. Und gegen die Panthers sah man auch warum. Wenn sie denn trotz einer „Pass-Situation“ gelaufen sind, wurde Floyd recht einfach aus dem Weg geschoben. Im Pass Rush zeigte er gelegentlich seine Explosivität, zwar nicht konstant, aber immerhin war sie da. Allerdings muss er noch an seiner Technik arbeiten, denn wenn er dem Quarterback nahe kam, lag das daran, dass er sich mit viel Kraft und Einsatz durchgetankt hat. Wurde der Pass schnell geworfen, hatte er kaum eine Chance.
  • Lotulelei hingegen verlegte sich komplett auf die Laufverteidigung, was zum einen seine Stärke ist, zum anderen gegen die Vikings mit Adrian Peterson auch sehr wichtig ist. Gegen den Pass hat er noch sehr große Schwierigkeiten den Weg zum Quarterback zu finden. Oft wird er von zwei Gegenspielern geblockt, aber selbst wenn nicht, fällt es ihm schwer, den Blocker aussteigen zu lassen. Da ist noch deutlich Luft nach oben.
  • Im Spiel gegen die Colts habe ich mir die drei Top Rookies der Chargers genauer angeschaut. Dabei sah einer gut aus, einer weniger und einer schlecht. Erstaunlicherweise in umgekehrter Draft-Reihenfolge. Keenan Allen scheint sich mit Philip Rivers immer besser zu verstehen. Er fing 9 Pässe für 107 Yards und einen Touchdown. Dabei läuft er gute Routes, hat sichere Hände, selbst wenn er angegangen wird und nach dem Catch lässt er den ein oder anderen Defender aussteigen. Manti Te’o besitzt eine gute Übersicht, gute Instinkte und er hätte fast eine Interception gefangen. Aber in manchen Situationen fehlte mir die nötige Aggressivität und er zeigte wieder etwas, dass ich schon beim Betrachten seines College-Tapes bemängelt hab: Er verpasst viele Tackles. Gegen die Colts waren es zwei, eines davon gegen Andrew Luck, der durch die Mitte genau auf ihn zugelaufen kam und ihn recht einfach aussteigen ließ. Als NFL-Linebacker sollte man sich nicht von Andrew Luck aussteigen lassen! Zum Abschluss gab es da noch D.J. Fluker, der sich im Pass Blocking bei Inside Moves regelmäßig nassmachen ließ und beim Run Blocking aus irgendeinem Grund andauernd auf dem Boden landet. Gut aussehen sieht anders aus.
  • Aber mit dem Schlecht-Aussehen ist Fluker nicht alleine. Denn aus irgendeinem Grund kommt der First Overall Pick, Eric Fisher, nicht annähernd an seine College-Form heran. Gerade die mentale Komponente des NFL-Footballs scheint ihn zu überfordern. Er scheint Probleme zu haben, seinen zu blockenden Mann zu finden und bei verzögerten Blitzes dreht er sich oft zu schnell nach innen und sieht dann den Blitzer über außen nicht kommen.
  • Aaron Dobson, Tom Bradys neue „Lieblingswaffe“, macht genau da weiter, wo er am College aufgehört hat. Er kann bombensichere Hände haben und Bälle in unmöglichen Situationen fangen und dann passieren ihm bei einfachen Catches immer wieder Konzentrations-Drops, bei denen er innerlich vermutlich schon den Touchdown feiert. Erst den Ball fangen, dann sichern, dann laufen!
  • Neben Geno Smith und E.J. Manuel (und Jeff Tuel) gibt es mittlerweile einen weiteren Rookie-Quarterback, der sich Starter in der NFL nennen darf: Mike Glennon bei den Tampa Bay Buccaneers. Gegen die Eagles war seine Genauigkeit zu Spielbeginn nicht die beste, aber als er sich „eingegrooved“ hatte, sah das gar nicht mal schlecht aus. Seine eine Interception war klar ein Fehler der Receivers, der seine Route zu früh abbrach. Glennon besitzt eine gute Pocket Presence, spürt den Druck kommen und weicht geschickt aus. Dazu ist er schneller zu Fuß, als er mit seinen schlaksigen 1,98 Metern aussieht. Bei drei Läufen konnte er 20 Yards erzielen. Er nimmt sich die Zeit, das Feld zu lesen und geht durch seine Progressions. Dabei muss er aber noch seine innere Uhr etwas besser einstellen, denn teilweise hält er den Ball dabei zu lange. Was mir schon am College gefiel, ist, dass Glennon ein Quarterback ist, der auch gerne mal ein Risiko eingeht. Wenn einer seiner Receiver gedeckt ist, wirft er ihn trotzdem an, damit dieser ein Play machen kann. Wenn er das mit Vincent Jackson macht, kann ich das nur befürworten, wenn er den Ball aber zu einem gedeckten Tiquan Underwood oder Timothy Wright schmeißt, eher nicht. Da sollte er vielleicht noch mehr drauf achten, wen er in welcher Situation anspielen kann/soll/darf.

 

Beobachtung, die nichts mit Rookies zu tun hat:

Rob Ryans Defense habe ich als Fan der Cowboys zwei Jahre lang aus der Nähe betrachten dürfen. Und so kann ich sagen, dass sie durchaus zu Erfolgen führen kann. Aber sie (und auch Rob Ryan) hat auch ihre Fehler. Und zwei dieser Fehler konnte man beim Spiel gegen die Patriots sehen. Zum einen ist die Defense sehr unorganisiert. Zweimal wurden sie bestraft, weil zwölf Mann auf dem Feld standen. Rob Ryan liebt es eine Vielzahl von Formationen in seiner Defense zu haben, aber entsprechend viel muss ausgewechselt werden, wobei es häufig zu Fehlern kommt – zumindest unter Rob Ryan. Zum anderen schafft die Defense es oft nicht, Spiele nach Hause zu bringen. Das ganze Spiel über hatte Tom Brady Probleme, wenn er unter Druck gesetzt wurde. Und beim entscheidenden Drive schickt Ryan oft nur drei oder vier Rusher? Brady hatte genügend Zeit seine offenen Receiver zu finden und so das Spiel zu Gunsten der Patriots zu entscheiden. Wie heißt es doch so schön: „The only thing ‚prevent defense‘ does is prevent you from winning!“ Es war schon in Dallas so, dass die Defense im Verlauf des Spieles immer „zahmer“ zu werden schien. Vielleicht sollte sich Rob Ryan mal überlegen, ob das wirklich die richtige Strategie ist.

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