Besser spät als nie, blicke ich am Abend vor Beginn der zweiten Preseason-Woche auf die erste (volle) Woche zurück mit einer willkürlichen Ansammlung an Eindrücken, die ich zu verschiedenen Rookies gesammelt habe. Dabei handelt es sich nicht um ausführliche Analysen, sondern nur um Dinge, die mir beim Anschauen der Spiele aufgefallen sind. Indianapolis Colts gegen New York Jets: Wenn OG Jack Mewhort wirklich die ganze Saison starten muss, scheinen die Colts ein großes Problem zu haben. Wie schon am College agierte er regelmäßig unglücklich (man könnte hier auch „dumm“ oder „dämlich“ schreiben) an und verpasste einige wichtige Blocks. OLB Jonathan Newsomer (Colts) zeigte ziemlich genau das, was ich am College von ihm gesehen habe: Er ist ein sehr guter Athlet, muss aber noch an seinen Pass Rush Moves arbeiten. C Jonotthan Harrison (Colts) muss noch dringend an Kraft zulegen. Er ließ sich bei fast jedem Snap sehr einfach rückwärts schieben. TE Jace Amaro (Jets) agierte unglücklich, wie man es schon mehrfach in Berichten aus dem Training Camp hörte. Insbesondere überraschten mich seine unsicheren Fanghände, die er bei Texas Tech so nicht zeigte. WR Jalen Saunders (Jets) zeigte seine Dynamik und dürfte seine Zeit als Returner und Slot-Receiver sehen. OLB IK Enemkpali (Jets) entschied das Spiel am Ende, als er Colts-QB Chandler Harnish sackte und dabei ein Fumble erzwang. Auch wenn er erst zum Ende des Spiels zum Einsatz kam, wird er sich damit in das Gedächtnis von Coaches und Scouts gespielt haben. San Francisco 49ers gegen Baltimore Ravens: ILB Chris Borland spielte in der ersten Defense der 49ers, die im Moment schauen wollen, ob er NaVorro Bowman ersetzen kann. Er spielte vernünftig und zeigte seine starken Instinkte. RB Carlos Hyde (49ers) zeigte, dass er ein guter Power Runner ist. Soviel sollte vorher schon bekannt gewesen sein. OT James Hurst (Ravens) hatte keinen guten Auftritt. Nach seiner schweren Verletzung (Beinbruch) war das vielleicht auch zu erwarten. Er zeigte sich technisch sehr schwach. ILB C.J. Mosley (Ravens) hatte seine Probleme mit der ersten Offense der 49ers. Zu oft ließ er sich leicht blocken. Später im Spiel wurde er deutlich besser und hatte gute Aktionen. Das lässt für die Zukunft hoffen. RB Lorenzo Taliaferro (Ravens)...
Preseason 2014, Week 1: Thursday’s Rookies to watch
Wie schon am Wochenende soll es von uns eine kleine Vorschau auf eines der Spiele in der kommenden Nacht geben. Bei Christian (Chargers-Fan) und mir (Cowboys-Fan) ist es da schon klar, dass wir uns dabei das Spiel der Dallas Cowboys bei den San Diego Chargers vornehmen (4 Uhr morgens unserer Zeit). Aus beiden Mannschaften heben wir drei Spieler hervor, die man sich genauer angucken sollte. Dallas Cowboys Zack Martin, Guard, erste Runde: Die Cowboys brauchten (und brauchen noch immer) viel Hilfe in der Defense. Dennoch entschied man sich in der ersten Runde gegen Spieler wie C.J. Mosley, Ha Ha Clinton-Dix oder Calvin Pryor und wählte einen Offensive Tackle, der zunächst Guard spielen wird. Martin ist ein beweglicher, kräftiger und intelligenter Spieler, der von Beginn an mit der ersten Mannschaft trainierte. Den Posten auf der rechten Seite hat er sicher. Mit ihm soll die bereits gute Offensive Line der Cowboys dominant werden. Im Trainingslager soll er bisher die Erwartungen auch erfüllen. Nun muss er sich auch in den Spielen beweisen. Anthony Hitchens, Linebacker, vierte Runde: Hitchens wurde in der zweiten Runde gedraftet, um ein Backup für den oft verletzten Sean Lee zu sein. Nun hat sich Lee sein Kreuzband gerissen und fällt die ganze Saison aus. Hitchens selbst gab bereits zu, dass er noch weit davon entfernt ist, als Middle Linebacker zu starten, da er diese Position noch nie gespielt hat. In den Preseason-Spielen wird sich nun zeigen, wie viel er bereits gelernt hat und inwieweit es ihm zuzutrauen ist, für Lee aufzulaufen. Ken Bishop, Defensive Tackle, siebte Runde: Die größte Schwachstelle in der Defense ist die Defensive Line. Auf der One-Technique spielte letztes Jahr Nick Hayden, der die Position ausfüllte, aber auch nicht viel mehr. Zur Zeit versuchen Terrell McClain und Bishop, zu zeigen, dass sie es besser können. Sollte Bishop es in den Kader schaffen, sollte er auch einiges an Spielzeit sehen, weil die Defensive Line viel rotieren soll. In den letzten Trainingseinheiten soll er einen guten Eindruck hinterlassen haben. San Diego Chargers Jeremiah Attaochu, Outside Linebacker, zweite Runde: Die Chargers sind in der zweiten Runde für Attaochu hochgetradet und das hatte auch einen guten Grund. Der Pass Rush war eine...
Hall of Fame Game 2014: Rookies to watch
Es gibt endlich wieder Football! In der kommenden Nacht, um 2 Uhr unserer Zeit, beginnt die NFL Preseason 2014 mit dem alljährlichen Hall of Fame Game. Wie schon im letzten Jahr werden wir zu allen Mannschaften drei Rookies herauspicken, auf die man besonders achten sollte. Denn in der Preseason sind die Ergebnisse egal, es geht um die Spieler. Man kann das Gesamtbild ein Stück weit vergessen und sich auf den Einzelnen konzentrieren. Heute Nacht spielen die Bills und Giants gegeneinander, nachdem vor wenigen Stunden mit Andre Reed und Michael Strahan zwei Größen der beiden Teams in die Hall of Fame aufgenommen wurden. Kommen wir nun aber zu den Spielern, die in Zukunft ihre Teams zu Erfolgen führen sollen. New York Giants Weston Richburg, Center, zweite Runde: Nach dem Ausfall von Odell Beckham ist Richburg, der am höchsten gedraftete Rookie, der für die Giants auflaufen wird. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum er im Fokus steht. Die Offensive Line der Giants war im letzten Jahr eine einzige Katastrophe. Nach dem Karriereende von Chris Snee ist klar, dass man die komplette Interior Line austauschen wird. In der Free Agency kamen John Jerry und Geoff Schwartz für die beiden Guard-Positionen, J.D. Walton als Center. Im Draft legten die Giants aber weiter nach und holten in der zweiten Runde Richburg. Damit war er der erste Center, der im Draft wegging. Langfristig ist sicher die Erwartung, dass er zum Starter aufsteigt, dafür muss er sich aber gegen Walton durchsetzen. Andre Williams, Running Back, vierte Runde: Von Williams wurde eigentlich gar nicht so viel erwartet. Mit Rashad Jennings, David Wilson und Peyton Hillis haben die Giants drei Running Backs im Kader, die bereits in der NFL als Starter aufgelaufen sind. Da Wilson nach seiner Nackenverletzung länger ausfällt und sogar das Karriereende droht, ist Williams aber einen Platz in der Depth Chart nach oben gerutscht. Er kämpft vermutlich noch mit dem letztjährigen Siebtrundenpick Michael Cox um den Posten als dritter Running Back, von seiner Draftposition her, sollte er im Zweifel aber den Vorzug erhalten. Das Laufspiel der Giants war letztes Jahr ebenso schwach wie die Offensive Line (was ja auch immer zusammenhängt) und Williams könnte helfen, das zu...
Draftrückblick 2014: San Diego Chargers
Das vorletzte Mal gibt es unseren Draftrückblick 2014. Heute sind die San Diego Chargers an der Reihe – Christians Team. Diese rutschten am letzten Spieltag durch einen Sieg, beziehungsweise durch ein verschossenes Field Goal von Chiefs-Kicker Ryan Succop in die Playoffs ein. Dort schlugen sie in der ersten Runde die Cincinnati Bengals, um in der Divisional Round gegen die Denver Broncos auszuscheiden. In der ersten Runde des Drafts hielten sie den 25. Pick. Mit diesem wählten sie CB Jason Verrett von Texas Christian (TCU). Schon vor dem Draft hatte Christian Verrett als einen seiner Wunschspieler für die Chargers genannt. Verrett ist nur 5‘9‘‘ groß, ansonsten aber ein verdammt guter Cornerback. Wäre er zwei bis drei Zoll größer, wäre er vermutlich der erste Cornerback in diesem Draft gewesen. So fiel er aber ans Ende der ersten Runde und die Chargers dürfte es freuen. Er ist ein extrem vielseitiger Cornerback, der in Press-Man, Off-Man oder Zone Coverage spielen kann, er ist gut gegen den Lauf und ein sehr guter Athlet. Ein wenig macht er seine geringe Größe durch seine starke Sprungkraft wett. Eine Konstante in der letzten NFL-Saison war Christian, der sich jeden Sonntag über die löchrige Pass-Abwehr der Chargers aufregte. Ein Eric Weddle macht noch keinen Frühling, oder so ähnlich. Entsprechend sollte Verrett gleich von Beginn an viel Einsatzzeit sehen. Im schlechtesten Fall sehe ich in ihm einen sehr guten Slot-Cornerback. Dazu hat er neuerdings in Brandon Flowers (ist auch 5‘9‘‘) einen Mitspieler, der ihm wunderbar erklären kann, wie man als kleiner Cornerback in der NFL Erfolg hat. Aus meiner Sicht ein sehr guter Pick, bei dem Need auf Value trifft. In der zweiten Runde sind die Chargers dann nach oben getradet. Um von 57 auf 50 zu kommen, gaben sie ihren Viertrundenpick ab. Mit ihrem neu erworbenen Pick zogen sie OLB Jeremiah Attaochu von Georgia Tech. Am College spielte Attaochu zu Beginn als Outside Linebacker in einer 3-4 Defense, im letzten Jahr wechselte die Defense auf eine 4-3 und Attaochu auf Defensive End. Beim Senior Bowl sollte er dann auch als End auflaufen (es wird die ganze Zeit in einer 4-3 gespielt), lehnte das aber ab, um sich als Linebacker zu präsentieren....
Draftrückblick 2014: Kansas City Chiefs
Unser Draftrückblick geht weiter durch die AFC West und ist bei den Kansas City Chiefs angekommen. Diese erreichten zwar den zweiten Platz in der Division, schieden dann aber in der ersten Runde gleich gegen die Colts in einem irren Spiel aus. Nachdem die Defense zu Saisonbeginn bärenstark aussah, begann sie im Saisonverlauf, gegen stärkere Gegner, immer mehr zu bröckeln. Besonders schwerwiegend war zum Ende der Saison hin der Ausfall von Pass Rusher Justin Houston, er in elf Spielen elf Sacks erzielen konnte. In der ersten Runde des Drafts hatten die Chiefs den 23. Pick. Mit diesem wählten sie OLB Dee Ford von Auburn. Am College hat er als Defensive End in einer 4-3 Defense gespielt, in der 3-4 der Chiefs wird er ein Outside Linebacker sein. Er ist etwas kleiner (6‘2‘‘) mit recht kurzen Armen und lebte am College von seiner Antrittsschnelligkeit. Technisch wurde bisher nicht viel von ihm erwartet, da er als Left End gegen die eher langsameren und hüftsteiferen Right Tackles der Offense antrat. Mit seiner Explosivität vom Snap weg, kam er schnell beim Quarterback an, während seine Gegenspieler noch dabei waren, ihre Füße zu sortieren. In der NFL wird er es nicht so einfach haben. Er muss noch sehr an seiner Technik, seinen Pass Rush Moves arbeiten, will er in der NFL ein erfolgreicher Pass Rusher sein. Dazu wird er lernen müssen, in Coverage zu spielen, was er am College nicht gemacht hat. Auch wenn er eine sehr starke Athletik besitzt, ist Ford im Moment ein sehr eindimensionaler Pass Rusher, der zusätzlich etwas klein geraten ist. Daher kam mir der Pick in der ersten Runde klar zu früh. In Kansas City wird er zunächst nur den Backup hinter Tamba Hali und Justin Houston geben, allerdings zieht man keinen Spieler in der ersten Runde, wenn man denkt, dass er auf lange Sicht immer ein Backup bleiben wird. Im nächsten Jahr läuft der Vertrag von Houston aus. Die Chiefs haben nicht besonders viel Cap Space, weshalb man wohl entweder den Vertrag mit Houston nicht verlängern will oder dann den mit Hali auflösen möchte. Halis Vertrag läuft in zwei Jahren aus und die Chiefs würden bei seiner Entlassung neun Millionen Dollar unter der...
Draftrückblick 2014: Oakland Raiders
Nur noch eine Division steht in unserem Draftrückblick aus und die wollen wir ab heute angehen. Es handelt sich um die AFC West, die letztes Jahr drei Teams in die Playoffs schickte. Der Westen scheint in beiden Conferences zu rocken. Beginnen wollen wir aber wie immer mit dem Team, das mit der schlechtesten Bilanz abschloss und das damit nicht in den Playoffs mitspielen durfte – den Oakland Raiders. Diese haben die Playoffs auch nicht nur knapp verpasst, sondern sind ordentlich weit vorbeigeschlittert mit einer Bilanz von 4-12. In einem Team voller Löcher war es fast schon überragend, dass sie überhaupt vier Siege erreichten. Obwohl man in der Free Agency so ziemlich alles einkaufte, was bei drei nicht auf den Bäumen war, konnten sie relativ offen in den Draft gehen. In der ersten Runde hatten sie den fünften Pick. Mit diesem zogen sie OLB Khalil Mack von Buffalo. Mack ist ein extrem vielseitiger 3-4 Outside Linebacker, der es liebt, die gegnerische Offense zu zerstören. Mit den Free-Agency-Verpflichtungen von DE Antonio Smith und OLB LaMarr Wodley scheint es recht wahrscheinlich, dass die Raiders ihre Defense auf eine 3-4 umstellen wollen (wie Justin Tuck da reinpasst, wissen wohl nur die Raiders). Mack kann da der entscheidenden Spieler werden. Er ist ein sehr guter Pass Rusher, verteidigt aber auch gut gegen den Lauf und kann in Pass Coverage spielen. Er spielt immer mit hohem Einsatz und ist ein athletischer Sideline-to-Sideline Defender. Mit diesem Pick scheinen die Raiders nichts falsch gemacht zu haben, auch wenn Mack von einem eher kleinen College kommt. Er sollte die Defense direkt besser machen. In der zweiten Runde wählten die Raiders QB Derek Carr von Fresno State. Carr, der jüngere Bruder von David, bleibt damit in Kalifornien und zieht nur an die Küste. Bei den Raiders wird er ein direkter Konkurrent von Matt Schaub, den man für den diesjährigen Sechstrundenpick von den Texans geholt hat. Entsprechend wird Carr nicht direkt starten müssen, sondern kann sich im Idealfall erst an die NFL gewöhnen, bevor er auf dem Spielfeld stehen muss. In Oakland wäre das auch keine so schlechte Idee. Die Offensive Line hat Jared Veldheer verloren und ist fast komplett neu zusammengewürfelt aus...
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