Im Draftrückblick nehmen wir uns das letzte Team aus der NFC East vor, die Philadelphia Eagles. Unter dem neuen Head Coach Chip Kelly hatten sie nicht den besten Start in die Saison, konnten sich aber fangen und am Ende in die Playoffs einziehen. Ihren ersten Pick hatten sie an 22. Stelle. Diesen Pick tradeten sie aber zu den Browns, die für Johnny Manziel hochkommen wollten. Dadurch durften sie an 26 picken. Dort wählten sie einen Spieler, den einige Experten erst später gesehen hatten: OLB Marcus Smith von Louisville. Allerdings bringt er eine Eigenschaft mit, die die Eagles für ihre Defense offenbar haben wollten: Speed. Nach Clowney und Barr war er der Pass Rusher mit den besten Ergebnissen bei der Combine. Darüber hinaus hat er aber noch viel zu lernen. Nach Louisville kam er als Quarterback, er wurde dann nach und nach zum Pass Rusher umgeschult. An seiner Technik wird er noch arbeiten müssen, aber er bringt ein gutes Spielverständnis und eben seine Athletik mit. Den Eagles kann er als Pass Rusher bestimmt helfen, da letzte Saison neben Trent Cole kaum Pass Rush von den Linebackern kam. In der zweiten und dritten Runde zogen die Eagles zwei Wide Receiver. Erster war Jordan Matthews von Vanderbilt. Er ist als Receiver sehr komplett. Groß gewachsen, tough, gute Athletik. In der ersten Runde wurde er aber nicht gezogen, weil seine Fanghände zu inkonstant sind und er noch an seinem Route Running arbeiten muss. Bei den Eagles soll er dabei helfen, den entlassenen DeSean Jackson zu ersetzen. Ebenso soll Josh Huff von Oregon dabei helfen. Mit dem Ball in der Hand ist er ein Tier. Er läuft mit Härte, ist nicht leicht zu Boden zu bringen, kann aber auch Gegenspieler aussteigen lassen. Er bringt aber nicht die beste Größe mit (5‘11‘‘) und ist kein überragender Athlet. Dazu lässt er zu viele Bälle fallen und hat bei Oregon noch kein Route Running gelernt. Allerdings ist er ein Spieler, den Chip Kelly am College noch selber trainiert (und rekrutiert) hat. Er wird ihn wohl gut einschätzen können. Nach einem Trade mit den Texans hatten die Eagles als nächstes den ersten Pick in der vierten Runde. Mit diesem...
Draftrückblick 2014: Dallas Cowboys
Unser Draftrückblick geht weiter durch die NFC East und wir sind bei „meinen“ Cowboys angekommen. Die Dallas Cowboys haben ihre letzten drei Saisons mit 8-8 abgeschlossen – mehr Mittelmaß geht kaum. Zu schlecht für die Playoffs, zu gut, um in den Top Ten picken zu dürfen. So durften sie auch dieses Jahr an 16. Stelle das erste Mal draften. Dort wählte man OT/OG Zack Martin von Notre Dame. Bei den Fighting Irish hat er als Left Tackle gespielt, bei den Cowboys ist er wohl als Right Guard eingeplant. Als Offensive Tackle bringt er eigentlich alles mit, um in der NFL bestehen zu können, außer der idealen Armlänge. Daher wurde schon vor dem Draft von vielen behauptet, er wäre ein besserer Guard. Die Cowboys hatten in der letzten Saison eine bereits sehr gute Offensive Line (Rang 4 bei Pro Football Focus), mit Martin will man noch besser werden. Dazu ist durch die Verpflichtung eines weiteren jungen Spielers gesichert, dass man auch in den nächsten Jahren die Qualität aufrechterhalten kann. Bereits Ende der ersten Runde wollten die Cowboys dann schon wieder hochtraden. Doch war kein Team gewillt, ihr Angebot anzunehmen, bzw. die Seahawks fanden das Angebot der Vikings interessanter. Anfang der zweiten Runde machten sie weiter ihre Angebote und die Redskins schlugen zu. Die Cowboys benötigten einen Nachfolger von DeMarcus Ware, der dauerhaft Druck auf den Quarterback ausüben kann. In diesem Draft hatten sie in Jadeveon Clowney, Anthony Barr und Demarcus Lawrence drei Spieler ausgemacht, die diese Rolle in ihrem System ausfüllen können. Da Clowney und Barr in den Top Ten schon weggegangen waren, bezahlten sie mit ihrem Zweit- und Drittrundenpick etwas viel, um DE Demarcus Lawrence von Boise State nicht auch noch zu verlieren. Er wird noch etwas an Masse zulegen müssen, um ein Every-Down-Spieler zu werden, kann aber schon gleich seine Sacks erzielen. Nachdem die Cowboys in der dritten Runde keinen Pick hatten (sie versuchten vergeblich für Trai Turner hochzutraden), zogen sie in der vierten Runde MLB Anthony Hitchens von Iowa. Nachdem sich Starter Sean Lee bisher in jeder Profisaison eine andere Verletzung zugezogen hat, stellt Hitchens zunächst eine gute Absicherung dar. Dazu könnte er sich mit guten Trainingseinheiten für eine...
Draftrückblick 2014: New York Giants
Weiter geht unsere Tour der Draftanalyse in der NFC East. Heute sind die New York Giants an der Reihe. Diese sind letzte Saison mit sechs Niederlagen in Folge gestartet, bevor sie sich aufraffen konnten, um am Ende bei einer 7-9-Bilanz herauszukommen. Dadurch durften sie zuerst an zwölfter Stelle einen Spieler auswählen. Dieser Spieler war WR Odell Beckham Jr. von LSU. Ein dynamischer Spieler, den man vielseitig einsetzen kann. Er kann Outside oder im Slot spielen, hat sichere, kräftige Fanghände und ist ein gefährlicher Returner. Sein Route Running ist noch ausbaufähig und als Blocker ist er eher durch Zurückhaltung aufgefallen. Ich war nie der größte Fan von Beckham ohne wirklich den Finger drauflegen zu können, was mich an ihm stört. Ich hatte ihn erst in der zweiten Runde gesehen. Bei den Giants soll er den abgewanderten Hakeem Nicks (jetzt bei den Colts) als Starting Receiver ersetzen. Außer Victor Cruz haben die New Yorker nur Rueben Randle, von dem der Durchbruch erwartet wird, und Mario Manningham, der immer wieder verletzt ist, keine Receiver mit Starter-Potential. Beckham sollte gleich in seiner ersten Saison eine größere Rolle spielen. In der zweiten Runde zogen die Giants C Weston Richburg von Colorado State. Letzte Saison hatte man fast jedes Spiel mit einer anderen Offensive Line spielen müssen und Eli Manning stand permanent unter Druck. Letztes Jahr zogen die Giants schon Right Tackle Justin Pugh, dann legten sie in der Free Agency hauptsächlich auf den Guard-Spots nach. Nun soll Richburg die Mitte in den nächsten Jahren besetzen. Er besticht vor allem durch seine Beweglichkeit und Pass Protection – etwas, das Eli Manning gefallen sollte. Die dritte Runde brachte den Giants DT Jay Bromley von Syracuse – dem gleichen College wie Pugh letztes Jahr. Letztes Jahr erzielte er für einen Defensive Tackle sehr starke 10 Sacks, an seinem Spiel wird er aber noch arbeiten müssen. Er spielt sehr inkonstant, ist bei einigen Snaps immer wieder ineffektiv. Dazu war seine Spielintelligenz, die er in den Spielen, die ich gesehen habe, an den Tag legte, nicht die beste. Er bringt eine gute Größe, Athletik und einiges an Upside mit, wird zunächst aber wohl nicht über die Rolle des Rotationsspielers hinauskommen. ...
Draftrückblick 2014: Washington Redskins
Neben unserem Draft-Rückblick in gesprochener Form, soll es das Ganze auch für die eher hörfaulen bzw. lesefleißigen Fans des Drafts in geschriebener Form geben. Dabei behalten wir die Reihenfolge aus unserem Podcast bei und beginnen mit der NFC East und dort mit den Washington Redskins. In der ersten Runde hatten sie keinen Pick – ein Überbleibsel des RG3-Trades von 2012. Besonders schade aus Sicht der Redskins, dass es der Second Overall Pick gewesen wäre. Man hatte zum Zeitpunkt des Trades natürlich gedacht, dass man eher um die Playoffs als um den ersten Pick spielen würde. Dumm gelaufen. Aber kommen wir zum Draft. In der zweiten Runde kamen die Cowboys mit einem sehr guten Angebot daher und die Redskins tradeten runter. So bekamen sie einen zusätzlichen Drittrundenpick. Mitte der zweiten Runde zogen sie dann OLB Trent Murphy von Stanford. Ein aus meiner Sicht sehr überraschender Pick. Es scheint, als würde man in Washington davon ausgehen, einen ihrer beiden Starter langfristig nicht halten zu wollen. Brian Orakpo spielt kommende Saison unter dem Franchise Tag, Ryan Kerrigans Vertrag wurde dieses Frühjahr per Teamoption bis 2016 verlängert. Bedenkt man die konstant guten Leistungen von Orakpo und die Länge von Kerrigans Vertrag (und Kerrigan ist auch kein Schlechter), wird Murphy frühestens 2016 zum Starter aufsteigen. Wie Murphy in das System der Redskins passt, ist für mich das nächste Fragezeichen. Ich sah ihn eher als Defensive End in einer 4-3 Defense. In Coverage sah er bei Stanford nie gut aus. Zu hüftsteif und unbeweglich, um rechtzeitig da zu sein, wo er sein musste. Orakpo und Kerrigan haben letzte Saison beide etwa ein Achtel ihrer Snaps in Coverage gespielt – es wird also regelmäßig von ihnen verlangt. Darüber hinaus ist er ein klassischer „Overachiever“, der besser gespielt hat, als er es eigentlich ist. Seine 15 Sacks waren letzte Saison die meisten aller College-Spieler, doch kamen viele gegen Quarterbacks, die den Ball zu lange hielten, oder Offensivschemen, die keinen Blocker für ihn vorsahen. Er spielt aber immer mit hohem Einsatz und ist sehr kräftig. Um in der NFL knstant zu Sacks zu kommen, muss er aber noch daran arbeiten, seine Arme beim Pass Rush besser einzusetzen. Zu Beginn der...
Rookie Watch 2013: Week 7
Zwar habe ich nicht alle Spiele des vergangenen Wochenendes gesehen, aber dennoch genug für eine neue Rookie Watch. Offensive Rookie of the Week: Jordan Reed, TE, Washington Redskins Seit der Bye Week hat sich Reed als Lieblingsanspielstation von Robert Griffin entwickelt. Blocken kann er beim besten Willen nicht, aber das wird von ihm (bisher) nicht erwartet. Er spielt wie ein zu dick geratener Receiver (mit seiner Größe von 6‘2‘‘ ist er für einen TE auch etwas klein geraten). Gegen die Chicago Bears konnte er neun Pässe fangen (was genau die Hälfte aller Redskins-Catches war) und damit 134 Yards und einen Touchdown erzielen. Bei seinen „Measurables“ war ich mir nicht so sicher, ob er in der NFL Erfolg haben würde. Sein 40-Yard Dash war auch deutlich langsamer als ich es nach Videostudien von ihm erwartet hatte. Aber er scheint mich eines Besseren belehren zu wollen. Defensive Rookie of the Week: Gibt es diese Woche leider nicht. Die beiden Defensivspieler, die ich mir genauer angesehen habe, waren nicht so überzeugend und sonst ist mir auch kein anderer ins Auge gesprungen. Kann halt mal passieren. Weitere Beoobachtungen: Jon Bostic, der bei den Bears die Rolle von D.J. Williams als Mike-Linebacker übernommen hat, sieht noch sehr aus wie ein Rookie. Was mich zum einen überrascht hat, ist, wie klein Bostic auf dem Feld aussieht. Er und Lance Briggs sind gleich groß und gleich schwer, aber als ich die beiden nebeneinander auf dem Feld sah, bekam ich fast den Eindruck, dass Briggs drei Zoll größer und zwanzig Pfund schwerer ist. Schon merkwürdig. Außerdem war Bostic oft „out of position“, also zur falschen Zeit am falschen Ort. Da fehlt es einfach noch an Übersicht und Erfahrung. Geno Smith sieht jede Woche mehr wie ein NFL-Quarterback aus. Er macht zwar immer noch Rookie-Fehler, aber sie werden weniger und werden durch gute Aktionen ersetzt. Im Moment ist er der meilenweit beste Rookie-Spielmacher, wobei E.J. Manuel leider nicht mitsprechen kann. Aber vielleicht kann er zum Saisonende hin, wenn er wieder hundertprozentig fit ist, dagegenhalten. Dion Jordan, der dritte Pick im diesjährigen Draft, spielt eindeutig zu dünn, um in der NFL als Defensive End in einer 4-3 Defense aufzulaufen. Er wird...
Rookie Watch 2013: Week 6
Letzte Woche gab es zu viel Arbeitsstress, nun aber wieder eine Rookie Watch! Offensive Rookie of the Week: Lane Johnson, OT, Philadelphia Eagles Sah einfach gut aus, was der Junge da auf der rechten Seite der Eagles O-Line veranstaltet hat. Beim Laufspiel blockte er mit Power, mit seiner Athletik kam er schnell das Feld herunter und im Pass Blocking war nicht so schnell an ihm vorbeizukommen. Die einzige Schwäche sah ich, wenn Pass Rusher von außen kommend nach innen gezogen sind, also ein „Crossing the Face“ veranstaltet haben. Da war die Tür innen weit offen und Johnsons Reaktion zu langsam. Die Buccaneers sind jetzt zwar nicht für ihren Pass Rush von den Ends gefürchtet (der kommt eher durch die Mitte), doch war die Leistung schon beeindruckend. Für mich ist er zurzeit der beste, der drei „großen“ Offensive Tackles (wobei Joeckel mit seiner Verletzung keine Verbesserung zum Saisonstart zeigen kann). Defensive Rookie of the Week: Alec Ogletree, OLB, St. Louis Rams Schon das zweite Mal, dass hier Ogletree steht, aber er ist eben auch ein starker Kandidat, was den Defensive Rookie of the Year Award angeht. Beim Überraschungssieg gegen die Texans war er der entscheidende Spieler in der Defense. Nicht nur konnte er 10 Tackles machen (7 solo), er konnte auch ein Fumble forcieren und seine erste Interception fangen, die er gleich zum Touchdown zurücktrug. Mit diesem Play machte er die Hoffnung der Texans, noch ein Comeback zu starten komplett zunichte, zumal die Texans kurz vor der Endzone der Rams standen. Weitere Beobachtungen: Ein weiterer Held des Rams-Aufschwungs in den letzten beiden Spielen, ist Fifth Rounder Zac Stacy. Mit seinem Power Running hat er der Offense neues Leben eingehaucht, weil sie nun nicht mehr 50 Pässe pro Spiel werfen müssen und für Defenses schwerer auszurechnen sind. Dazu ist er ein überraschend guter Pass Blocker und muss so bei Passing Downs nicht vom Feld. Momentan würde ich sagen: Je öfter Stacy auf dem Feld steht (und nicht Daryl Richardson oder Isaiah Pead), desto besser für die Rams. Michael Buchanan war vor dem Draft kaum einem Fan bekannt. Nach einem schwachen Senior Jahr, rutschte er die Draft Boards nach unten, wo die Patriots in...
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