Die Stars von morgen schon heute

Training Camp Battles – AFC

Nachdem sich  Roman gestern den Training Camp Battles in der NFC gewidmet hat, geht es an dieser Stelle mit der AFC weiter.   Denver Broncos: Running Back Bei den Broncos ist es Willis McGahee, der auch aufgrund von Verletzungen nicht mehr im Kader steht. Er sah letztes Jahr einige Snaps, weil Knowshon Moreno außer Gefecht war. 2012er Rookie Ronnie Hillman war nur die Nummer drei auf dem Depth Chart der Wildpferde. Diese Saison will er sich als Starter etablieren. Dritter Mann im Bunde ist ein Rookie aus diesem Jahr, Montee Ball. Dieser brach im College in Wisconsin Rekorde für die meisten Touchdowns und die meisten Touchdowns per Lauf. Ball hat schon knapp 1000 Läufe für Rund 5100 Yards in den Beinen. Dementsprechend vorsichtig sollten die Broncos sein, um keine frühe Verletzung zu riskieren. Buffalo Bills: Wide Receiver Steve Johnson, und dann? Im letzten Jahr hatten die Bills nach Johnson leider ein großes Loch bei den Receivern. Donald Jones ist weg, sonst hat nur der letztjährige Rookie T.J. Graham (31 Receptions für 322 Yards und einen Touchdown) ordentlich Spielzeit gesehen. Die Bills spielten letztes Jahr einen Großteil ihrer Spielzüge mit drei Wide Receivern. Ob das unter Doug Marrone so bleibt ist offen, eine Verbesserung ist aber in jedem Fall notwendig. Hier kommen die Rookies ins Spiel, die sich früh ins Rampenlicht spielen können. Vorne weg Zweitrunden-Pick Robert Woods von USC. Woods ist ein Spieler, der sehr früh in der NFL Fuß fassen sollte. Dazu kommen Sppedster Marquise Goodwin (3. Runde) und die Undrafted Free Agents Da´Rick Rodgers und Brandon Kauffman. Rodgers hatte Drogenprobleme, war aber auf dem Platz immer ein herausragender Spieler. Kauffman hat einige Rekorde bei Eastern Washington in der zweiten Liga des College Football gebrochen und kann mit seinen 1,95m auch als Outside Receiver eingesetzt werden. Baltimore Ravens: Linebacker Daniel Ellerbe und Ray Lewis sind nicht mehr Teil der Baltimore Ravens. Der Super Bowl Champion sucht dringend Ersatz bei den Linebackern. Jameel McClain wird dabei den Vorteil der Erfahrung haben. Letztes Jahr startete er von Woche eins bis dreizehn und hatte besonders gegen den Lauf so seine Probleme. Aktuell plagt er sich noch mit einer Verletzung herum. Daryl Smith kam aus Jacksonville, sah...

Training Camp Battles – NFC

An diesem Wochenende haben die Dolphins und Cowboys mit ihren Training Camps begonnen und ab heute beginnen auch die restlichen NFL Teams nachzuziehen. Das ist auch an uns Schreibern von DerDraft.de nicht vorbeigegangen und so wollen wir uns heute und morgen die spannendsten Positionskämpfe in den anstehenden (bzw. schon laufenden) Camps anschauen. Heute betrachten wir die Top Five der NFC.   5. Dallas Cowboys: Interior Offensive Line – Ja, ich bin Cowboys-Fan und ich will mein Team mit in die Liste nehmen – verklagt mich doch! Doch in der Mitte der Offensive Line gibt es einige Probleme. Letzte Saison musste Tony Romo zu oft Rushern ausweichen, die durch die Mitte auf ihn zukamen. In der ersten Runde des Drafts wurde Center Travis Frederick geholt, der als der einzige sichere Starter gilt. Neben ihm gibt es die beiden Guard-Starter aus dem letzten Jahr Nate Livings und Mackenzy Bernadeau, die aber wie schon letztes Jahr den Beginn des Camps verletzt verpassen. Gleiches gilt für den ersten Backup-Guard Ron Leary, der einen der beiden Starter-Posten erobern könnte. Außenseiterchancen haben Kevin Kowalski und Phil Costa, der vermutlich als Center reinkäme, wodurch Frederick auf Guard ausweichen müsste.   4. Chicago Bears: Linebacker – Lance Briggs ist immer noch da und niemand wird ihm den Posten als Starting Will-Linebacker wegnehmen. Doch Middle Linebacker Brian Urlacher ist in Rente gegangen und Sam-LB Nick Roach hat bei den Raiders unterschrieben. In der Free Agency haben die Bears als Ersatz D.J. Williams (MLB, Denver Broncos) und James Anderson (OLB, Carolina Panthers) verpflichtet, doch beiden nur Einjahresverträge gegeben. Und im Draft kamen Jon Bostic (MLB, zweite Runde), sowie Khaseem Greene (OLB, vierte Runde). Die beiden Veteranen werden ihre Position gegen die Youngster verteidigen müssen, denn das Front Office wird erwarten, dass Bostic und Greene spätestens nächstes Jahr übernehmen. Und je früher, desto besser…   3. New York Giants: Linebacker – Eine etwas andere Situation als in Chicago, wo es eher darum geht, die Spieler zu finden, die am wenigsten schlecht sind. In Michael Boley und Chase Blackburn hat man zwei Starter verloren (die schlecht gespielt haben) und diese durch Dan Connor (Dallas Cowboys) und Aaron Curry (Oakland Raiders) ersetzt, die in ihren Karrieren bisher...

St. Louis Rams

Weiter geht unsere Saisonvorschau in der NFC West, wo wir heute die St. Louis Rams betrachten. Die Fragen beantwortet Rupert Hitzenberger.   1. Wie ist deine persönliche Einschätzung zum Tavon-Austin-Pick und wie passt er in das Team? Antwort: Das Team und vor allem GM Snead und HC Fisher haben ihn sehr genau beobachtet und schon Stunden vorm Draft ist durchgesickert, dass die Rams vor die Jets müssen, um ihn zu draften. Was den Rams in den letzten Jahren gefehlt hat, war ein sicherer Nummer-eins-WR, hier vermutet das Rams Front Office wohl dass man den nächsten Percy Harvin gefunden hat. Ich bin eher skeptisch, da ich mir nicht sicher bin, wie gut ein Spieler seiner Statur (5‘9‘‘,  174 lbs.) Hits von NFL-Linebackern auf Dauer kassieren kann, denn genau auf die trifft er, wenn er wie vermutet im Slot oder auch mal im Backfield aufgestellt wird. Man kann nur hoffen, dass er aufhört, mitten am Feld herumzutänzeln wie im College. Die große Frage wird sein, wie ihn OC Brian Schottenheimer wirklich einsetzen will, für einen  Slot-WR und Kick-Returner ist Pick Nummer acht viel zu früh und für einen Gimmick-Player erst recht, auch in Anbetracht, dass man im letzten Jahr schon mit Pick Nummer 33 einen frühen WR gedraftet hat. Auf der anderen Seite blieb Rams-GM Les Snead auch kaum was anderes übrig, mit dem Abgang von Danny Amendola und RB Steven Jackson, wäre die Rams-Offense um Sam Bradford noch schwächer als in den Vorjahren besetzt gewesen. Und das gerade in einem Jahr, das viele für Bradford als „Make-or-Brake Year“ sehen.   2. Neben Austin wurde auch Stedman Bailey aus West Virginia gedraftet. Übernehmen die Rams jetzt auch Konzepte aus dem Spielbuch der Mountaineers-Offense? Antwort: Glaube ich nicht. Dass ein Spieler wie Austin auch mal als RB aufgestellt wird, ist nicht unwahrscheinlich, aber das liegt aufgrund seiner Stärken und seiner Highschool-Karriere als RB, auf der Hand. Ich denke aber, dass durch das intensive Scouting von Austin auch Bailey auf dem Draft Board höher gereiht wurde, als bei vielen anderen Teams. Dass er dann an 92 der Pick wurde, würde ich eher dem passenden Value zuschreiben.   3. Welcher Rookie wird vermutlich die meiste Spielzeit bekommen? Antwort: Die...

Mein Weg zum Draft (1)

Liebe Leser, in dieser Artikel-Serie möchte ich kurz nachzeichnen wie ich vom Fan zum Hobby Scout geworden bin. Dabei soll dies keine Darstellung sein, die auf mich fokussiert ist, sondern soll viel mehr nach zeichnen, wie es seinen Weg nehmen kann, wenn man sich für eine Sache begeistert. Ich möchte auf einzelne Aspekte eingehen, die jemandem im Draft-Prozess mehr oder weniger helfen können. Doch starten will ich heute am Anfang meiner Leidenschaft für das Spiel.   Es begann mit einem Spiel im November 2010, Rutgers gegen South Florida. Eines von vielen Spielen der sportlich schon damals leicht gebeutelten BIG EAST. Für mich war es dennoch ein aha Erlebnis. College Football kannte ich nur vom Hören Sagen. Pay TV hatte ich mir eigentlich wegen Fußball angeschafft. Dennoch hat es in diesem Spiel klick gemacht und ich hatte große Lust mehr zu sehen. Doch die College Landschaft ist zunächst sehr verwirrend. Über 120 Teams auf dem selben Level, dazu diese übers ganze Land verteilt? Wikipedia hilft ein Stück, aber ansonsten viel schauen und lesen.   Das Spiel war der Startpunkt und ich begann mich immer mehr in die Materie einzuarbeiten. Ich muss sagen, dass ich erst nach einem knappen Jahr so etwas wie einen Überblick hatte, über die Ligen die Spieler und auch die Regeln mit denen die Unis, Coaches und Spieler auf dem Feld, aber grade auch außerhalb, konfrontiert sind.   Wer die NFL liebt und wissen will, wer in den nächsten Jahren bei den Profis zum Star wird, der kommt ein Stück weit am College Football nicht vorbei. Ich kann nur jeden einladen sich in diesem herbst mal ein paar Spiele anzusehen. Gerade die Unterschiedlichkeit in Systemen und Tradition machen das Spiel auf der College Ebene zu etwas Einzigartigem....

Arizona Cardinals

Nach der AFC West kommen wir zur NFC West und beginnen dort mit den Arizona Cardinals. Die Antowrten kommen von Cardinals-Fan Nino, auch bekannt als El_aurare.   1. Wie ist deine persönliche Einschätzung zum Jonathan-Cooper-Pick und wie passt er in das Team? Antwort:  Nachdem die Top drei Offensive Tackles allesamt schon gepickt wurden, war für mich Cooper die absolut richtige Wahl, obwohl ein Guard an sieben ziemlich ungewöhnlich ist.  Letztes Jahr schlossen die Cardinals mit einem Liga Höchstwert von 58 Sacks und gesamt 97 Quarterback Hits ab. Deshalb brauchte es unbedingt jemanden, der in der O-Line möglichst sofort eine Verstärkung darstellt und das macht Cooper zweifelsohne. Vom Potential her ist er auf jeden Fall in der Lage die O-Line der Cards in den nächsten Jahren als Leader zu prägen und eben auch sofort als Rookie  Akzente zu setzen.   2. Wie wird Tyrann Mathieu mit der Umstellung auf Safety zurechtkommen? Antwort: Momentan hört man von überall nur positive Dinge über Tyrann „Honey Badger“ Mathieu und seine Leistungen in den Minicamps. QB Carson Palmer vergleicht ihn in Ansätzen sogar schon mit Troy Polamalu, soweit ist es natürlich noch nicht, jedoch ist das Potential für die Free-Safety-Position natürlich da und es wird spannend, seinen Weg zu verfolgen. Er wird auch im Laufe der Saison sicher seine Chancen bekommen, da mit Yeremiah Bell und Rashad Johnson seine Konkurrenz keine übermächtige ist.   3. Welcher Rookie wird vermutlich die meiste Spielzeit bekommen? Antwort: Von Beginn des ersten Trainingscamps der Cardinals, hat Cooper sofort mit den „Startern“ zusammengespielt. Als Left Guard ist ihm quasi eine Position als Starter sicher, daher wird er auch sicher der Rookie sein, der die meiste Spielzeit bekommt.   4. Von welchem undrafted Free Agent erwartest du am meisten? Antwort: Eigentlich kann ich hier keinen besonderen Spieler anführen, am ehesten noch vom 29-jährigen Robert Gill (WR), der die 40 Yards angeblich in 4,19 Sekunden läuft und vor kurzem erst am Laufband rund 40 km/h schnell gelaufen ist.   5. Welcher Draft Pick deines Teams hat dich am meisten begeistert? Antwort: Auch wenn der Pick schon auch ein Risiko war, auf jeden Fall Tyrann Mathieu, da ich nicht mit ihm gerechnet habe. Wie oben schon beschrieben,...

Das Ende des Late Round Quarterbacks?

Was haben Tom Brady und Tony Romo gemeinsam? Der geneigte NFL-Fan wird sagen: „Nichts! Der eine ist einer der besten Quarterbacks der NFL, der andere schafft es nicht mal, sein Team in die Playoffs zu führen.“ Doch dieser geneigte Fan liegt falsch. Beide sind Starting Quarterbacks in der NFL und beide wurden beim Draft übersehen. Brady wurde erst in der sechsten Runde gezogen und Romo musste sogar bis zur Free Agency nach dem Draft warten. Und die beiden haben noch etwas gemeinsam: Sie gehören zu einer aussterbenden Art – die startenden Late Round Quarterbacks (ich zähle UDFAs mal zu den Late Roundern). Denn die aktuellen Starting Quarterbacks, die erst nach der zweiten Runde oder gar nicht gedrafted wurden, lassen sich an einer Hand abzählen: Tom Brady (sechste Runde 2000), Tony Romo (UDFA 2003), Matt Schaub (dritte Runde 2004), Matt Flynn (siebte Runde 2008) und Russell Wilson (dritte Runde 2012). Kaum zu glauben, aber die 27 anderen Starting Quarterbacks in der NFL wurden in der ersten oder zweiten Runde gezogen. Und das bringt mich zu der folgenden Frage: Gibt es den Late Round Quarterback, der beim Draft übersehen wird und es nach etwas Zeit doch zum Starter schafft, überhaupt noch? Und woran liegt es, dass nur noch so wenige Late Rounder auf dem Feld stehen dürfen? Aber zunächst ein kurzer Blick zurück in die jüngere Vergangenheit, um zu zeigen, wovon ich spreche. Ich spreche von Spielern wie Kyle Orton (vierte Runde 2005), der zunächst bei den Bears und danach den Broncos und Chiefs das Heft in der Hand hielt. Matt Hasselback (sechste Runde 1998) führte die Seahawks sogar in den Super Bowl. Trent Green (achte Runde 1993) führte in den frühen 2000ern eine spektakuläre Chiefs-Offense an und wurde zweimal in den Pro Bowl gewählt. Jake Delhomme (UDFA 1997) erreichte ebenfalls den Super Bowl mit den Panthers. Und wohl das Highlight schlechthin: Kurt Warner (UDFA 1994), der einmal den Super Bowl gewann und zwei weitere erreichte. Und es gibt noch viele weitere Beispiele: Matt Cassel, Ryan Fitzpatrick, Derek Anderson, Jon Kitna, Marc Bulger, Aaron Brooks, Jeff Garcia, Brian Griese, David Garrard. Alles Quarterbacks, die nicht in den ersten beiden Runden des Drafts gezogen wurden und dennoch...