Die Stars von morgen schon heute

Quarterbacks Grundlagen

Neulich kam die Frage auf wie wir scouten, beziehungsweise worauf wir achten. Ich möchte heute einen ersten Artikel posten in dem es um die Dinge geht, auf die wir bei Quarterbacks achten. Dieser Post kann ergänzt und erweitert werden und soll lediglich Grundlagen darstellen Fragen und Anregungen gerne in den Kommentaren.   Arm Strength → Stärke des Arms Relativ simpel kann der Spieler den tiefen Pass Werfen. Da geht es zunächst weniger um die Platzierung des Balles als um die reine Kraft. Es gibt auch Unterschiede wie die tiefen Pässe geworfen werden. Bei Derek Carr zum Beispiel hat man den Eindruck, dass er den Ball eher tief n einer hohen Flugbahn wirft, während Andrew Luck einfach mehr Kraft hat und die Pässe schneller am Ziel sind.   Accuracy → Präzision Auch das relativ klar, wie viele Pässe bringt der Spiele an den Mann. Wobei Accuracy ungleich Completion % ist. Auch hier wieder Carr als Beispiel. Er wirft sehr viele Screens, die fast immer komplett sind, das treibt die Quote nach oben, sagt aber wenig über die Präzision aus. Hier wird auch noch einmal unterschieden in Präzision auf kurzen und mittleren Routen und auf tiefen Routen.   Ball Placement → Platzieren des Balles Auf welchen Spot kommt der Ball. Platziert der Spieler den Ball so, dass nur sein Receiver eine Chance hat? Wie oft muss der Receiver eine Route verändern um den Pass noch zu fangen? Als positives Beispiel dieser Klasse ist hier vor allem David Fales zu empfehlen.   Entscheidungen Sollte selbsterklärend sein. Übersieht der Spieler offene Receiver? Klebt er an seinem ersten Read fest, oder kann er auch die dritte oder vierte Option bedienen? Zwingt er den Pass in zu enge Fenster? Teddy Bridgewater ist hier das positive Anschauungsbeispiel der aktuellen QB Klasse.   Under Pressure → Wie spielt der Quarterback unter Druck? Hier gibt es große Unterschiede zu beobachten. Was passiert wenn die Pocket kollabiert, hat der Spieler weiter die Augen Downfield bei den Receivern? Negativ Beispiel wäre hier Derek Carr gegen USC. In dieses Verhalten ein spielt die so genannte Pocket Awareness. Nimmt der Spieler druck war und kann sich entsprechend verhalten?   Footwork → Fußarbeit Kommt mir in vielen Scouting...

Draft Thoughts Week 14, 2013

Was für ein Wochenende, Alabama aus dem Rennen um die SEC, Fresno State und San Jose State liefern sich einen Schlagabtausch und die BCS ist unübersichtlicher denn je. Hier meine Draft Notes vom vergangenen Spieltag   Outside Linebacker Khalil Mack (Buffalo) stellte mit 2,5 Tackles for Loss den FBS Rekord ein. Seine Mannschaft verlor dennoch gegen Bowling Green, was aber vor allem an der Offense lag David Fales und David Carr warfen für zehn Touchdowns im Spiel zwischen Fresno State und San Jose State. Wohlgemerkt in der ersten Halbzeit. Das Tape von Fales kann man sich HIER noch einmal ansehen. Update: Mittlerweile ist auch die Leistung von Carr auf Tape zu sehen. A.J. McCarron war nicht an der Niederlage der Crimson Tide schuld. Er hatte zwar kein gutes Spiel machte aber auch keine großen Fehler. Nick Saban gab ihm aber auch in der entscheidenden Phase selten den Ball. Kasim Edebali hatte ein weiteres gutes Spiel für Boston College. Sechs Tackles, ein Tackle for Loss und ein Pass Break Up. Er spielt sich immer mehr aufs Radar der NFL Scouts. Mississippi State hat einen Freshman auf den zu achten sein wird. Defensive Tackle Chris Jones ist einer der besten jungen Spieler auf seiner Position. Schon letzte Woche passiert, aber dennoch erwähnenswert. Aaron Murray, QB, Georgia hat sich schwerer am Knie verletzt. Es bleibt abzuwarten ob er bis zur Combine wieder hergestellt...

Quarterback Stock Watch #1

Heute gibt’s mal ein Update zu den Quarterbacks. Wessen Aktie schnellt in die Höhe, welche droppt, hier eine kleine Übersicht zum Ende der College Saison.   Stock up:   Zach Mettenberger, LSU Der vielleicht größte Gewinner bisher. Offensive Coordinator Cam Cameron hat seine Technik enorm verbessert. Er ist präziser und trifft schnellere Entscheidungen. Die physischen Fähigkeiten hatte er immer.   Johnny Manziel, Texas A&M Manziel hat zuindest mich überzeugt, dass er den Arm für die NFL hat. Weniger dumme Entscheidungen, von Ausnahmen abgesehen, könnten ihn in die erste Runde spülen.   Derek Carr, Fresno State Carr darf gerne Mal 60 Würfe pro Spiel machen. Einer der besten wenn es darum geht tief zu werfen. Wirkt athletischer. Seine Führungsqualitäten standen nie im Zweifel.   Jimmy Garoppolo, Eastern Illinois Mindestens ein Mid-Rounder. War auf meinem Radar vor der Saison nicht drauf, hat auch gegen gute Gegner wie Northern Illinois überzeugt. Hat mit seinem die Chance die Divison II zu gewinnen.   Blake Bortless, Central Florida (UCF) Hat in dieser Saison gezeigt, dass er enge Spiele alleine entscheiden kann. Arm wirkt verbessert. Über ihn wird derzeit wenig geredet, spätestens im April wird sich das ändern.   Stock Down:   Tajh Boyd, Clemson Im Moment sehr weit von einem Top-10 Pick entfernt, hatte einen guten Start gegen Georgia. Im weiteren Verlauf jedoch stark abgebaut. Kaum Verbesserungen zu erkennen.   David Fales, San Jose State Ich wollte ihn hier nicht anführen, tue es aber. Fales wackelt etwas in seiner Konstanz, sieht sich allerdings dieses Jahr deutlich mehr unter Druck ausgesetzt. Dennoch sehe ich ihn mindestens in Runde 2.   Logan Thomas, Virginia Tech Roman weiß was kommt, wenn ich ihm mal wieder über Thomas berichte. Leider, leider, leider kaum was dazu gelernt, im Moment nicht mehr als ein Development Quarterback am dritten Tag des Drafts.   A.J. McCarron, Alabama Kann sich heuer auch nicht vom Game Manager Stempel lösen. Muss in der Offense nicht so viel Verantwortung übernehmen, sieht heuer eher wie ein Carreer Backup...

Frustrierend!

Genau das kommt mir oftmals in den Sinn, wenn ich folgende Spieler scoute. Wie in jeder gescheiten Beobachtung versuche ich möglichst neutral an den Spieler heran zu gehen und mögliche Beobachtungsfehler von vornherein so gut es geht auszuschließen. Denn Erwartungen werden entweder entsprochen oder enttäuscht. Egal wie ich an diese Spieler ran gehe, so bleibt doch oft der Eindruck, dass sie mehr könnten. Hier meine Top 5 frustrierendsten Spieler, die ich bisher gescoutet habe.   Platz 5: Zach Mettenberger, QB LSU   Mettenberger müsste an und für sich der erste Quarterback sein der gezogen wird. Allein er wird hin und wieder schlampig in seinem Bewegungsablauf und das führt unweigerlich zu Fehlern. Er kann alle tiefen Würde, aber die Positionierung seines Körpers stimmt oft nicht. Unter dem neuen OC Cam Cameron ist es allerdings besser geworden.   Platz 4: Stephon Tuitt, DE, Notre Dame   Ich will den Spieler nicht gänzlich in Frage stellen, aber er tauchte in der Vergangenheit viel zu oft ab, wenn es wichtig wurde. Sein Motor hinterlässt mehr als ein Fragezeichen. Mit seinen Möglichkeiten sollte er eigentlich in der ersten runde gesetzt sein.   Platz 3: Ra´Shede Hagemann, DT, Minnesota   Hagemann bringt eigentlich genügend Power mit. Allein, er kann die Kraft zu selten auf die Straße, sprich an den Gegner bringen. Auch er ist keiner, der durch Hartnäckigkeit gewinnt. Der Golden Gopher hat exzellente Maße, sein Spiel ist leider nur Durchschnitt.   Platz 2: Logan Thomas, QB, Virginia Tech   Ich wette ein Team wird sich am Draft-Tag unsterblich in Thomas verknallen. Er hat aber auch einige Waffen. Er wirft einen wunderschönen Football, hat einen starken Arm und ist mobil. Leider sind seine Entscheidungen oft zweifelhaft und er verbaut sich mehr. Hier und da den Ball öfter weg Werfen und mehr Präzision zeigen, dann verschwindet er auch schnell von dieser Liste.   Platz 1: Louis Nix III, DT Notre Dame   Nein ich habe nichts gegen Notre Dame. Gar nichts. Es ist in dem Fall tatsächlich Zufall das zwei Irish hier auftauchen. Damit ich es geschrieben habe: Nix hat meiner Meinung nach mehr athletisches Potential als alle Defensive Tackles im Draft 2013. Alle. Aber er wird manchmal rumgeschubst, von Spielern...

Mein Weg zum Draft (2) – Statistiken

Nach dem mir die Welt des College Fotballs offen stand, soll heuer der Übergang geschildert werden. Dabei stehen in diesem Artikel die Statistiken im Im Mittelpunkt. Das ganze hatte auch bei mir eine Geschichte und die hieß Kellen Moore. Moore ist der jetzige Backup der Detroit Lions hatte mit den Boise State Broncos eine sensationelle Karriere. Dabei waren vor allem seine Zahlen (Completion %, TD-INT Ratio, wenige Sacks kassiert usw.) herausragend und als es Richtung Draft zu ging, war ich doch sehr verwundert, dass er auf den Draftseiten nur sehr weit hinten war. Moore wurde die Stärke des Arms abgesprochen und er wurde, trotz der Zahlen, nicht gedrafted. Statistiken sind ein Hilfe, sagen am Ende, aber sehr wenig über einen Spieler aus. Um beim Beispiel Quarterbacks zu bleiben, ein hoher Prozentsatz komplettierter Pässe ist eine super Sache, dennoch hilft nur der Blick auf die Spiele, wie dieser Satz zu Stande gekommen ist. So sind grade Konzepte die eine Spread Offense als Kern ihrer Offense nehmen, sehr verbreitet. In diesen Angriffsstrategien geht es oft um kurze, schnelle Pässe, die nicht so schwer auszuführen sind. Ein Beispiel dafür wäre die Offense von 2nd Round Draft Pick Geno Smith in West Virginia letztes Jahr. ( Natürlich kann ein hohes Rating auch und gerade am Quarterback liegen, aber oft sind auch die Systeme entsprechend angepasst. In dem Zusammenhang skeptisch, machen mich allerdings  niedrige Werte. Das hat den Grund, dass sich keine Mannschaft leisten kann nur 50% oder etwas mehr an Pässen anzubringen, weil sonst schlicht zu viele Versuche benötigt werden um das Feld zu überbrücken. (Ausnahme, eine Offense mit sehr vielen tiefen Pässen, ist auf College-Level aber selten) Die Sache gestaltet sich ähnlich mit Catches bei Receivern. Wo wird der Pass gefangen? Wird der Receiver beim Catch bedrängt? Kann er sich in der Luft im 1 gegen 1 durchsetzten? Fängt er den Football mit den Händen, oder mit dem Körper? Das sind in dem Zusammenhang wichtigere Fragen, als die schlichte Anzahl an Yards und Touchdowns. Auch bei einem Defensive Lineman muss die Frage kommen, wie und gegen wen kamen die Sacks zu Stande. Manchmal ist der dauerhafte Druck der den gegnerischen Spielmacher ins Laufen zwingt wertvoller, als ein...

Mein Weg zum Draft (1)

Liebe Leser, in dieser Artikel-Serie möchte ich kurz nachzeichnen wie ich vom Fan zum Hobby Scout geworden bin. Dabei soll dies keine Darstellung sein, die auf mich fokussiert ist, sondern soll viel mehr nach zeichnen, wie es seinen Weg nehmen kann, wenn man sich für eine Sache begeistert. Ich möchte auf einzelne Aspekte eingehen, die jemandem im Draft-Prozess mehr oder weniger helfen können. Doch starten will ich heute am Anfang meiner Leidenschaft für das Spiel.   Es begann mit einem Spiel im November 2010, Rutgers gegen South Florida. Eines von vielen Spielen der sportlich schon damals leicht gebeutelten BIG EAST. Für mich war es dennoch ein aha Erlebnis. College Football kannte ich nur vom Hören Sagen. Pay TV hatte ich mir eigentlich wegen Fußball angeschafft. Dennoch hat es in diesem Spiel klick gemacht und ich hatte große Lust mehr zu sehen. Doch die College Landschaft ist zunächst sehr verwirrend. Über 120 Teams auf dem selben Level, dazu diese übers ganze Land verteilt? Wikipedia hilft ein Stück, aber ansonsten viel schauen und lesen.   Das Spiel war der Startpunkt und ich begann mich immer mehr in die Materie einzuarbeiten. Ich muss sagen, dass ich erst nach einem knappen Jahr so etwas wie einen Überblick hatte, über die Ligen die Spieler und auch die Regeln mit denen die Unis, Coaches und Spieler auf dem Feld, aber grade auch außerhalb, konfrontiert sind.   Wer die NFL liebt und wissen will, wer in den nächsten Jahren bei den Profis zum Star wird, der kommt ein Stück weit am College Football nicht vorbei. Ich kann nur jeden einladen sich in diesem herbst mal ein paar Spiele anzusehen. Gerade die Unterschiedlichkeit in Systemen und Tradition machen das Spiel auf der College Ebene zu etwas Einzigartigem....