Nachdem die Chicago Bears vor eineinhalb Jahren trotz einer guten Bilanz von 10-6 an den Playoffs vorbeigeschrammt sind, wurde in Marc Trestman ein neuer Head Coach installiert. Gebracht hat es am Ende wenig, da in der abgelaufenen Saison eine 8-8-Saison heraussprang. Man muss dazu aber auch anmerken, dass man hauptsächlich an der schwachen Defense gescheitert ist, die mitten im Umbau steckt. Dieser Umbau wurde letztes Jahr begonnen und sollte dieses Jahr fortgesetzt werden. In der Free Agency kamen bereits die beiden Defensive Ends Lamarr Houston und Jared Allen sowie Safety Ryan Mundy. In der ersten Runde des Drafts hielten sie den 14. Pick. Mit diesem zogen sie, aus Christians und meiner Sicht etwas überraschend, CB Kyle Fuller von Virginia Tech. In die Defense der Bears sollte er aber perfekt reinpassen. In Chicago wird von den Cornerbacks erwartet, dass sie auch die Außenbahnen gegen den Lauf abdecken. Fuller, mit seiner physischen Spielweise, wird das nur zu gerne tun. Er ist vielseitig einsetzbar, kann auch Safety spielen und ist immer mit vollem Einsatz unterwegs. Bei der Combine hat er eine gute Athletik gezeigt, die man auf dem Feld aber nicht immer sieht. Er kann scheinbar schneller laufen, als er spielt. Wenn die Coaches ihn dahin bekommen, dass er so schnell spielt, wie er laufen kann, ist dies aber ein guter Pick. Ein gewisses Risiko besteht aber, schließlich werden von einem 14. Pick sehr gute Leistungen erwartet. In der zweiten Runde investierten die Bears in ihre Defensive Line, um ihre löchrige Run Defense zu stopfen. Sie zogen DT Ego Ferguson von LSU. Richtige Position, falscher Spieler. Bei LSU war er ein Paradebeispiel für verschwendetes Talent. Als Riesentalent aus der High School gekommen, konnte er sich erst im dritten Jahr als Starter durchsetzen, bestach auf dem Platz aber eher durch Unauffälligkeit. In einigen, rar gesäten, Plays konnte er sein Potential andeuten, aber mehr auch nicht. Er hat noch einen weiten Weg vor sich, um ein dauerhafter Faktor in der Bears-Defense zu sein. Auf der anderen Seite bringt er aber alle Anlagen mit, um ein sehr guter Spieler zu werden. Es besteht aber ein großes Risiko, dass er nie dieser Spieler wird. Daher kam der Pick aus...
DraftCast #35
In der heutigen Ausgabe des DraftCasts haben wir uns den Flo vom Hard Count Blog ausgeliehen, um über die NFC North und die Oregon State Beavers zu sprechen. Es ist zwar etwas länger geworden, aber definitiv hörenswert. Finden könnt ihr die neueste Episode bei iTunes, im RSS-Feed oder unter dem Direktlink. Viel Spaß beim Anhören und wenn ihr Fragen, Wünsche, Anregungen habt, schreibt diese gerne in die...
Draftrückblick 2014: Detroit Lions
Weiter geht unser Draftrückblick in der NFC North mit den Detroit Lions. Nachdem Martin Mayhew und Jim Schwartz die Mannschaft von Grund auf neu aufgebaut hatten, kam vor zwei Jahren der Absturz mit einer Bilanz von 4-12, von dem man sich auch letztes Jahr nicht erholen konnte. Mit sieben Siegen bei neun Niederlagen wurden die Playoffs klar verpasst. Gerade das Saisonende mit sechs Niederlagen aus sieben Spielen verlief unglücklich. Im Anschluss wurde Schwartz entlassen und durch Jim Caldwell ersetzt. Caldwell, im Gegensatz zu Schwartz, kommt von der offensiven Seite des Balles und soll dabei helfen, Quarterback Matthew Stafford in die Reihen der elitären Spielmacher der NFL zu führen. In diesem Draft pickten sie zuerst an zehnter Stelle. Dort tätigten sie einen etwas überraschenden Pick in TE Eric Ebron von North Carolina. Allerdings passt die Wahl zur Strategie, Stafford so gut wie möglich zu helfen. Die Lions haben in Calvin Johnson den besten Receiver der NFL (vielleicht sogar aller Zeiten), doch neben ihm war in der letzten Saison nicht viel los. Es gab keinen zweiten Receiver, der sich in den Vordergrund spielte und Tight End Brandon Pettigrew, der zusammen mit Stafford in der ersten Runde 2009 gezogen wurde, konnte die in ihn gesteckten Erwartungen nie erfüllen. In der Free Agency holte man WR Golden Tate aus Seattle und gab Pettigrew einen neuen Vierjahresvertrag (mit relativ wenig Handgeld, so dass man ihn in zwei Jahren schon wieder entlassen könnte). Momentan könnte die „Grundaufstellung“ die Lions in der Offensive so aussehen, dass man mit zwei Receivern (Johnson und Tate), zwei Tight Ends (Pettigrew und Ebron) und einem Running Back (Reggie Bush) spielt, mit „12 personnel“ also. Dabei wäre Pettigrew der Blocking Tight End (Bälle festzuhalten ist sowieso nicht seine Stärke) und Ebron der Receiving Tight End (Gegenspieler zu blocken ist sowieso nicht seine Stärke). Ebron wird sich vermutlich oft im Slot aufstellen und wie ein Receiver spielen, genauso wie er es am College oft getan hat und genauso wie Jimmy Graham es bei den Saints immer tut. Ebron bringt eine Menge an athletischem Potential mit, muss aber noch an sich arbeiten, um ein dominanter Spieler in der NFL zu werden. Er sollte seine Drops abstellen und...
Draftrückblick 2014: Minnesota Vikings
Weiter geht unser Draftrückblick mit der NFC North, in der letzte Saison die Minnesota Vikings den letzten Platz belegten. Es gab einmal neue Coaches, angeführt vom neuen Head Coach Mike Zimmer und einen Top Ten Pick – an achter Stelle. Diesen tradeten sie aber weg zu den Browns. Wie schon 2012, scheinen sie bei den Browns angerufen zu haben, um bei denen so eine Panik zu verbreiten, dass diese unbedingt einen Platz hochtraden wollten, damit diese „ihren“ Spieler auf jeden Fall zu bekommen. Diesmal sprang aber nur ein Fünftrundenpick heraus, aber die Vikings bekamen wohl immer noch den Spieler, den sie sowieso haben wollten – plus einen Fünftrundenpick. Insofern alles gut. Dieser eine Spieler war OLB Anthony Barr von UCLA. Ein super Athlet, der aber erst seit zwei Jahren auf Seiten der Defense spielt – vorher war er Running Back/Tight End – und noch einiges zu lernen hat. Zimmer hat ihn schon mit einem Rehkitz verglichen, aber er weiß schon, wie er ihn einsetzen will. Bei den Vikings soll Barr, der bei UCLA als Pass Rusher in einer 3-4 gespielt hat, als Strongside Outside Linebacker (SAM) spielen, etwa so, wie Von Miller es bei den Broncos tut. Entsprechend wird er oft Jagd auf gegnerische Quarterbacks machen dürfen. Er wird vermutlich etwas brauchen, um in der NFL konstant gute Leistungen zeigen zu können, besitzt aber das Potential ein dominanter Spieler in der Liga zu werden. Am Ende der ersten Runde, als die Seahawks an der Reihe waren, wollten die Vikings nach oben traden, um vor die Texans zu kommen. Dafür gaben sie ihren Zweit- und Viertrundenpick ab. Ihr Ziel: QB Teddy Bridgewater von Louisville. Christian und ich sehen in Bridgewater weiterhin den besten Quarterback der Draftklasse. Nach dem gescheiterten Experiment mit Christian Ponder ist ein neuer Spielmacher in Minneapolis auch dringend nötig. Ohne Bridgewater wäre Matt Cassel der Starting Quarterback. Bridgewater ist begrenzt, was seinen Wurfarm betrifft und er ist kein feuriger Motivator an der Seitenlinie, darüber hinaus bringt er aber alles mit, was man sich bei einem Quarterback wünscht. Er verbrachte schon am College viele Stunden im Videoraum, um Defenses lesen zu können. Er machte an der Line Pre-Snaps Reads und...
Draftrückblick 2014: New England Patriots
Die New England Patriots sind in der letzten Saison erst im AFC Championship Game, ein Spiel vor dem Super Bowl, gescheitert. Dabei hatten sie einiges an Verletzungspech. In Vince Wilfork und Tommy Kelly fielen ihre beiden Starting Defensive Tackles verletzt aus, dazu kamen noch Linebacker Jerod Mayo, Receiver Danny Amendola, Tight End Rob Gronkowski und Right Tackle Sebastian Vollmer. Trotzdem konnte man die Saison fast erfolgreich abschließen. Nichtsdestotrotz investierten die Patriots in der Offseason großes Geld, um Cornerback Darrelle Revis zu verpflichten und Receiver Julian Edelman zu halten. Im Draft hatten sie den 30. Pick. Dort holten sie sich Tiefe für die Defensive Line in DT Dominique Easley von Florida – einer der besten Spieler in diesem Draft. Der Haken? Er kommt gerade von seinem zweiten Kreuzbandriss in drei Jahren zurück, einer im linken Knie, einer im rechten. Es ist fraglich, wie fit er in die kommende Saison geht und wie lange es dauern wird, bis er wieder verletzt ist. Wenn er fit ist, ist er ein explosiver, dynamischer Defensive Tackle, der eine Offense fast im Alleingang auseinandernehmen kann. Am College war kein Blocker dazu in der Lage, ihn alleine zu stoppen. Er spielt immer mit hohem Einsatz und man kann ihm ansehen, wie viel Spaß er auf dem Feld hat. Sollte er länger fit bleiben, haben sich die Patriots sich hier einen Superstar gezogen. In der zweiten Runde wählten die Patriots QB Jimmy Garoppolo von Eastern Illinois. Der Small-School-Quarterback hat in der FCS dominiert. Er ist ein guter Athlet mit einem sehr schnellen Release und der Fähigkeit, die Defense zu lesen. Er hat keinen Raketenarm, aber mehr als genug Kraft, um in der NFL ein Starter zu werden. Bei den Patriots sollte er Ryan Mallett als Backup hinter Tom Brady verdrängen, weshalb sich auch hartnäckig Gerüchte halten, nach denen Mallett in diesem Sommer noch getradet wird. Garoppolo kann in New England zunächst auf der Bank sitzen, sich an die NFL gewöhnen und von einem der besten Quarterbacks der NFL-Geschichte lernen. Wenn Brady, der im August 37 Jahr alt wird, seine Karriere in zwei bis drei Jahren beenden möchte, kann „Jimmy G“ als Starter übernehmen. In der dritten Runde tradeten die...
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